Amtsbenutzungsverordnung

Diese Verordnung tritt am 1. August 2011 in Kraft.

§ 1 . Abgängigkeitsanzeige

Die Regelbuchungsdauer beträgt zwischen 3 und 14 Tagen. Sollten erwachsene Postamtsbenutzer
nach einer Frist von mehr als 4 Wochen immer noch abgängig sein, empfiehlt sich die Nachfrage
beim Amtsvorsteher und gegebenenfalls die Meldung bei der zuständigen Polizeidienststelle.

§ 2 . Beamte

Das weltweit erste und einzige Schlafpostamt steht vordergründig den 1,7 Mio. Beamten in
Deutschland zur Verfügung, wobei Ausnahmen die Regel sind.

§ 3 . Befähigungsnachweis

Ein besonderer Befähigungsnachweis wird nicht erforderlich. Vorkenntnisse aus dem mittleren
nichttechnischen Postdienst sind zweckmäßig, werden aber nicht vorausgesetzt. Die Regel-
altersgrenze zur Benutzung des Amtes liegt zwischen 18 und 88 Jahren. Eine ausgeprägte
Aufnahmefähigkeit und geistige Eignung für das Verhalten am Schalter sind zwingend
erforderlich. Insbesondere werden Kenntnisse im Lesen erwartet.

§ 4 . Beharrungsadresse

Eine gültige Beharrungsadresse ist spätestens bei der Buchung fernmündlich, fernelektronisch
oder postalisch dem Amtsvorsteher bekannt zu geben.

§ 5 . Dienstjubiläum

Dienstjubiläen und Beförderungen können im Postamt gebührend gefeiert werden. Damit
das Ansehen des Beamtenstandes durch die wiederholte Berichterstattung bezüglich
der Feiern und Beförderungen auf Dauer keinen Schaden nimmt, wird auf eine Veröffentlichung
verzichtet.

§ 6 . Eheähnliche Bedarfsgemeinschaft

Eheähnliche Bedarfsgemeinschaften sind willkommen. Besteht die eheähnliche Bedarfsgemeinschaft aus einer Person, erübrigt sich die Trennung nach Geschlechtern.

§ 7 . Elektropostalische Kontaktaufnahme

Elektropostalische bzw. fernelektronische und/oder emaillierte Kontaktaufnahme ist erwünscht.

§ 8 . Endreinigung der Dienststelle nach erfolgreicher Erholungsmaßnahme

Die Endreinigung der Dienststelle findet von Amts wegen statt, also ohne Antrag des Bewohners.
Für die ordnungsgemäße Instandsetzung wird eine obligatorische Reinigungspauschale in Höhe
von derzeit 25,00 Euro fällig. Für außerplanmäßige Reinigungsvorhaben während der befristeten
Dienstzeit finden sich zweckmäßige Reinigungsgeräte in der im Amt befindlichen öffentlichen Telefonzelle.

§ 9 . Ersitzung

Die Ersitzung eines Eigentumsrechtes am Postamt kann selbst durch jahrelanges ungehindertes
Bewohnen in gutem Glauben nicht erfolgen. .

§ 10 . Forstwirtschaftliche Nutzfläche mit Waldtierbestand

In unmittelbarer Umgebung des Postamtes befinden sich frei zugängliche forstwirtschaftliche
Nutzflächen mit Waldtierbestand, welche ohne zeitliche Einschränkung zur Erholung und
Bewanderung dienen.

§ 11 . Fruchtgenussrecht

In der unmittelbaren Nachbarschaft des Amtes existieren Inhaber von Fruchtgenussrechten an
Kühen. Dort kann in marktüblichen Mengen tagesfrische Kuhmilch eworben werden.

§ 12 . Geschäftsführung ohne Auftrag (GoA)

Sollten besondere Umstände im Postamt das spontane Eingreifen des Bewohners erfordern, so
handelt es sich nicht um eine Geschäftsführung ohne Auftrag gemäß § 667 BGB. Löschversuche
beispielsweise bei brennenden Toastern sind ohne schuldhaftes Zögern durchzuführen.

§ 13 . Gewöhnlicher Aufenthalt

Unter der Voraussetzung, dass Sie sich regelmäßig über eine gewisse Zeitspanne im Postamt
(www.kleine-post.de) aufhalten, ohne jedoch die Absicht zu haben, dort einen bleibenden
Aufenthalt zu begründen, darf die Amtsadresse als gewöhnlicher Aufenthaltsort verwendet werden.

§ 14 . GEZ-Gebührenfahnder

Zweimaliges Läuten an der Haupteingangstüre ohne die berechtige Erwartung auf einen
bevorstehenden Besuch legitimierter Personen deutet auf die bevorstehende Kontrolle durch
Beauftragte einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt hin. Ruhiges Verharren hat sich bewährt.

§ 15 . Hemdpflicht

Männliche Bewohner des Postamtes werden von der in der EU für Arbeiter geltenden strikten
Hemdpflicht temporär befreit. Das Zurschaustellen eines mehr oder weniger muskulösen
Oberkörpers wird dahingehend geduldet. Im Sinne des geltenden Gleichbehandlungsgesetzes
gilt dies auch für das jeweils andere Geschlecht.

§ 16 . Holzfenster

Das Postamt ist vollständig mit schallschluckenden und einbruchdiebstahlhemmenden
Holzfenstern ausgestattet. Holzfenster haben darüber hinaus den Vorteil, nicht aus Kunststoff
zu sein.

§ 17 . Konisch geformte Schüttgutbehälter mit Zentralauslauf

Zur Vermeidung von Tropfschäden beim Befüllen von Behältnissen mit enger Einfüllöffnung
sind nach Möglichkeit konisch geformte Schüttgutbehälter mit Zentralauslauf zu verwenden.
Diese befinden sich im Küchenbereich.

§ 18 . Leumundsnote

Der Aufenthalt im Postamt setzt eine einwandfreie Leumundsnote beziehungsweise eine
nicht negativ belastete Strafregisterbescheinigung voraus.

§ 19 . Lokalaugenschein

Die Besichtigung des Postamtes ist nach terminlicher Vereinbarung möglich. Ort und Stelle
zum Besuch des Augenscheinsgegenstandes sind mit dem Amtsvorsteherabzusprechen.

§ 20 . Nachtwäsche

Das Tragen von Pyjamas und Negligés wird gestattet. In begründeten Einzelfällen kann
auf Antrag auch vollständig auf Nachtwäsche verzichtet werden. Pyjamahosen sollten am
unteren Rand nicht weiter geschnitten sein als am Knie.

§ 21 . Oberflächenwasser

Im Westerwald kann es je nach Jahreszeit vereinzelt zu einem übermäßigen Auftreten von
Oberflächenwasser kommen. Diesem Umstand ist durch geeignete Dienstkleidung angemessen
zu begegenen.

§ 22 . Passive Bestechung

Die passive Bestechung des Amtsvorstehers ist selbstverständlich verboten und kann nach § 334
des Strafgesetzbuches mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren geahndet werden. Eine
wohlwollende Äußerung im Gästebuch, sowie in sozialen Netzwerken wie Facebook,
Twitter oder XING erfüllt diesen Umstand nicht und ist ausdrücklich erwünscht.

§ 23 . Personenvereinzelungsanlage

Der Haupteingangsbereich ist jederzeit durch die Pforte frei zugänglich. Aufgrund der
maximalen Belegungsgrenze des Amtes (2 Personen) wird bis auf Weiteres auf eine
Personenvereinzelungsanlage verzichtet.

§ 24 . Restmüllbehältervolumenminderung

Im Amtsbezirk gibt es grüne, gelbe, braune und schwarze Mülltonnen. Für eine erfolgreiche
Umsetzung der Restmüllbehältervolumenminderung befinden sich im Küchenunterschrank
ausreichend dimensionierte Sammelbehälter. Darüber hinaus steht an der Außenwand des
Amtes eine Abfallaufnahmetonne zur Verfügung.

§ 25 . Toilettenbenutzung

Vor dem Hinsetzen auf das Sitzstück sind die Beinkleider bis zu den Knien herunterzuschieben.
Der Benutzer setzt sich unter gleichzeitigem Anheben der Oberbekleidungsstücke so tief in
die Hocke, bis das Gesäß in die Sitzaufnahme einrastet. Das Gewicht des Körpers ist gleichmäßig,
gleichzeitig verteilt, der Oberkörper leicht nach vorn geneigt. Die Ellenbogen ruhen auf dem
Muskelfleisch der Oberschenkel, der Blick ist frei geradeaus gerichtet. Die Äußerung von gutturalen
Stimmlauten (umgangssprachlich als Ächzen oder Stöhnen bezeichnet) ist auf das absolut not-
wendige Maß zu beschränken. (In Anlehnung an die Benutzungsordnung für Toiletten in Sachsen-Anhalt)

§ 26 . Verwahrung

Eine Verwahrung von Sachen und Personen (keine Tiere) kann nur durch den Besucher
selbst erfolgen. Der Verwahrer ist verpflichtet, das ihm Anvertraute sorgfältig aufzubewahren.

§ 27 . Wiederaufnahme von Streumittel

In Wintermonaten wird im Sinne der Verkehrssicherung eine Abstumpfung der Laufflächen
im Außenbereich erforderlich. Die Wiederaufnahme des Streumittels durch den Streupflichtigen
erfolgt unverzüglich nach Wegfall des Erfordernisses zur Abstumpfung.